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Schär Team, 12. Juli 2013 Entwickeln

Prävention in kleinem Zeitfenster? Muttermilch gegen Zöliakie?

Müttern wird häufig empfohlen, ihr Kind mindestens sechs Monate zu stillen. Wissenschaftler aus Schweden haben festgestellt, dass Säuglinge, die bei Einführung glutenhaltiger Breis noch gestillt werden, seltener an Zöliakie erkranken als andere. Es könnte sein, dass die immunstärkende Muttermilch die Toleranz gegenüber glutenhaltiger Nahrung erhöht. Bereits frühere Studien ließen vermuten, dass sowohl der Zeitpunkt als auch die Menge der Gluteneinführung mit der Beikost eine Rolle spielen, also einen vorsichtige und rechtzeitige Gewöhnung des Immunsystems an Gluten das Risiko mindern könnte.

Drei Faktoren scheinen von besonderer Bedeutung zu sein:

  1. Gleichzeitiges Stillen bei Erstkontakt mit Gluten
  2. Zeitpunkt des ersten Glutenkontakts bereits im 4. bis 6. Lebensmonat
  3. Zu Beginn kleine Glutenmengen und langsame Steigerung

Diese Maßnahmen könnten das Risiko für Zöliakie senken. Um die Hypothesen zu belegen, wurde 2007 die europaweite Interventionsstudie PreventCD (Prevent Celiac Disease= Prävention der Zöliakie – www.preventceliacdisease.com) ins Leben gerufen. Daran nehmen mehr als 1.000 Kinder aus zehn europäischen Ländern teil, deren Eltern oder Geschwister Zöliakie haben und die bei der Geburt positiv auf HLA-Marker typisiert wurden. Sollten sich die Vermutungen bewahrheiten, könnten gezielte Ernährungsempfehlungen für Säuglinge ausgesprochen und damit die Zahl der Zöliakieneuerkrankungen gesenkt werden.

Die Pädiaterin Prof. Dr. med. Sibylle Koletzko, LMU München, betont das schmale Zeitfenster: „Erfolgt die Einführung geringer Glutenmengen früher oder später, also vor dem vierten oder nach dem sechsten Monat, steigt das Zöliakierisiko wieder,“ sagte sie im Deutschen Ärzteblatt, Oktober 2012 (Quelle: www.aerzteblatt.de/pdf/109/40/a1986.pdf). In diesem Monat wird die Studie nach Auskunft des Studienzentrums in Deutschland beendet sein, da nun alle teilnehmenden Kinder drei Jahre alt sind. Endgültige Ergebnisse sind nach zahlreichen Auswertungen jedoch erst 2014 zu erwarten.

Kontakt:
Prof. Dr. Sibylle Koletzko
Dr. von Hauner’sches Kinderspital
Lindwurmstraße 4, 80337 München
Ansprechpartnerinnen: Alexandra Fabry-Said /Katharina Werkstetter
Telefon: 089/5160-7931
E-mail: zoeliakie@med.uni-muenchen.de
Homepage: www.preventcd.com

Die neuesten Forschungsergebnisse zu diesem Thema:
Composition and diversity of the duodenal mucosa-associated mi-
crobiome in children with untreated coeliac disease. T deMeij, A Budding, M Grasman, F Kneepkens, P Savelkoul, ML Mearin. Scandinavian Journal of Gastroenterology. 2013; Early Online, 530–536 Prevalence of childhood Coeliac Disease and changes in infant feeding. A Ivarsson, A Myléus, F Norström, M vd Pals, A Rosén, L Högberg, L Danielsson, B Halvarsson, S Hammarroth, O Hernell, E Karlsson, L Stenhammer, C Webb, O Sandström and A Carlsson. Pediatrics 2013; 131-3

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