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Schär Team, 10. September 2013 Entwickeln

Jucken, Brennen und Blasen – Haut bei Zöliakie

Unsere Leser fragen immer wieder nach Begleiterkrankungen der Zöliakie. In engem Zusammenhang mit einer glutensensitiven Enteropathie steht unter anderem die Dermatitis herpetiformis Duhring (auch Morbus Duhring, Duhring-Brocq-Krankheit genannt): Wer von dieser sehr seltenen, chronischen, stark juckenden Hauterkrankung aus der Gruppe der blasenbildenden Autoimmundermatosen mit subepidermaler Blasenbildung betroffen ist, hat meist eine asymptomatische Zöliakie als Primärerkrankung. Das heißt: Die Zöliakie an sich ist bei Betroffenen meist gering ausgeprägt. Oft fehlen klinische Symptome einer Darmerkrankung (asymptomatische Zöliakie). DHD gilt daher als die sogenannte Hautmanifestation der Zöliakie. In der Haut der Patienten lassen sich granuläre IgA-Ablagerungen (Immunglobulin Typ A) nachweisen.

Männer sind rund 1,5-Mal häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung tritt vor allem bei (meist hellhäutigen) Erwachsenen im mittleren Lebensalter (weniger bei Kindern) auf. In skandinavischen Ländern, Irland, England und Ungarn gibt  es die Erkrankung häufiger.

Symptome

DHD zeigt sich in Form von roten Pusteln und Blasen, meist symmetrisch über den Körper verteilt und tritt an Stirn, Schultern, Gesäß, Knien, Unterarmen und Ellenbogen sowie auf behaarter Kopfhaut, am unteren Rücken, Gesäß und im oberen Brustbereich auf. Es juckt, brennt und schmerzt zuweilen. Viele Betroffenen kratzen die juckenden Bläschen auf. Als Folge davon kommt es zu Wundschorf und Erosionen mit Krusten.

Wörtlich übersetzt heißt Dermatitis herpetiformis … „entzündliche Hauterkrankung mit gruppiert auftretenden Bläschen“, ähnlich wie bei Herpes simplex oder Herpes zoster (Gürtelrose), … Duhring, (benannt nach dem amerikanischen Entdecker der Krankheit 1884 Dr. Louis Duhring). Die Bildung der Blasen findet in tiefer gelegenen Hautschichten statt. Die Ursache der Dermatitis herpetiformis Duhring ist bislang noch nicht eindeutig geklärt.

Diagnose

Die DHD ist eine sehr seltene Hauterkrankung und kann sich in den frühen Krankheitsstadien sehr uncharakteristisch präsentieren. Deshalb wird die Diagnose gelegentlich erst verspätet gestellt. DHD kann einigen anderen Erkrankungen ähneln, z. B. anderen blasenbildenden Hautkrankheiten wie bullöses Pemphigoid sowie Prurigo (Knötchenbildung mit starkem Juckreiz), Ekzeme (Erkrankungen mit Ausschlag) oder Erythema exsudativum multiforme (so genannte Scheibenrose, Kokarden-Erythem).

Zur Diagnosesicherung bedarf es des Nachweises von granulären IgA-Ablagerungen in der Haut des Patienten. Diese Ablagerungen finden sich bei keiner weiteren Hauterkrankung, so dass hieran die Diagnose zuverlässig gestellt werden kann. Hierzu muss dem Patienten eine kleine Hautprobe entnommen werden. Diese muss in einem speziellen Transportmedium in ein Speziallabor gesandt werden. Um eine mögliche ebenfalls vorhandene Zöliakie nachzuweisen, empfiehlt sich auch eine Probeentnahme (Biopsie) aus dem Dünndarm.

Therapie

Die Therapie sieht eine Behandlung mit dem Medikament Dapson sowie den Sulfonamiden Sulfapyridin und Sulfamethoxypyridazin vor, und sollte zur Vermeidung von Spätfolgen der gleichzeitig bestehenden Zöliakie aber immer mit einer glutenfreien Diät kombiniert werden.
Da Dapson auch Nebenwirkungen haben kann, müssen vor und unter einer Dapson-Medikation verschiedene Blutwerte kontrolliert werden. Die Dapson-Medikation hat keinen Einfluss auf die Zöliakie. Daher auch die strikte glutenfreie Ernährung. Diese führt meist zur Besserung innerhalb von Monaten bis zu einem Jahr. In vielen Fällen kommt es zur kompletten Abheilung der Dermatitis herpetiformis Duhring.

Vorsicht nicht nur bei Gluten

Es ist bekannt, dass Jod die juckenden Hautveränderungen auslösen, bzw. verstärken kann. Betroffene sollten daher also weitgehend auf Jod verzichten (Jodsalz, Seefisch, Algen, Lebensmittelfarbstoff E127 (kommt bei deutschen Erzeugnissen nur in Kirschprodukten vor), etc. sind stark belastet) – besonders in der Anfangszeit. Der tägliche Jodbedarf sollte jedoch nicht längerfristig unterschritten werden. Einen Einfluss auf die Dünndarmerkrankung hat Jod nicht.

Auf die betroffenen Hautstellen können desinfizierende Salben (keine jodhaltigen Tinkturen!), Lotionen gegen den Juckreiz, Teerpräparate oder gegebenenfalls kurzzeitig Kortison aufgetragen werden. Ferner empfiehlt sich eine dem jeweiligen Hauttyp angepasste Hautpflege mit gängigen Hautpflegeprodukten. Eine spezielle Hautpflege ist jedoch nicht nötig.

Siehe dazu auch

Bilder für die mögliche, optische Erscheinungsform von DHD finden Sie unter:
http://www.dermis.net/dermisroot/de/29366/diagnose.htm

 

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