Tanja

Tanja, 03. April 2017 Entdecken

Wir sind keine Opfer!

Waaas, du darfst kein Mehl essen? Du Ärmste, von was ernährst du dich denn? Kommen euch solche Sätze bekannt vor? Heute, nach 17 Jahren glutenfreier Ernährung, kommen mir diese und ähnliche Aussagen immer noch zu Ohren. So antworte ich ganz entspannt, dass ich aufgrund der großen glutenfreien Produktauswahl mein Augenmerk hauptsächlich auf meine schlanke Linie richten muss! 😀

Auch wenn man von Außenstehenden, aufgrund der Zöliakie, schnell eine Opferrolle erhält, habe ich mich jedoch niemals als Opfer gefühlt! Klar, ich bin von Zöliakie betroffen und um gesund zu bleiben ist die glutenfreie Ernährung für mich zwingend notwendig, deshalb sehe ich die glutenfreie Ernährungsform in erster Linie als Chance für ein gesundes und glückliches Leben!

Bei Einladungen oder Restaurantbesuchen steht man schnell als wählerisch da, weil viele Speisen Gluten enthalten und somit nicht verträglich sind. Aussagen wie: „Da ist nur ganz wenig Mehl drin, das kannst Du schon essen!“ erfordern auch heute noch ein immer wiederkehrendes Erläutern der Wichtigkeit der glutenfreien Ernährungsform. Manchmal antworte ich belustigt mit Gegenaussagen wie: „Ein bisschen Gift im Kuchen macht doch nichts, oder?“. Spaß beiseite – im Zuge dieser Aussage erkläre ich natürlich klar und sachlich die Wichtigkeit der glutenfreien Ernährung. Zugegeben, ich konnte unmittelbar nach dem Besuch bei der Ernährungsberatung selbst kaum glauben, dass mich handelsübliche Grundnahrungsmittel wie Weizen, Roggen, usw. derart krankmachen. Wie soll es nun jemand verstehen, der gesundheitlich in dieser Richtung keine Probleme hat und sich damit nicht tagtäglich auseinandersetzt. Um ernst genommen zu werden, habe ich stets die besten Erfahrungen, wenn man Verständnis aufbringt und durch ein klärendes Gespräch die glutenfreie Ernährung erläutert.

Vor vielen Jahren war die glutenfreie Ernährung um einiges umständlicher und die Produktauswahl nicht so vielfältig wie heute. Meine Diagnosestellung liegt nun viele Jahre zurück, aber ich kann mich noch gut an meine Anfangszeit erinnern! Zu Beginn hatte ich kaum Informationen, lediglich einen DIN A4 Zettel von der Ernährungsberatung, mit allen Lebensmitteln in welchen Gluten enthalten sein kann. Aber die Wichtigkeit, dass selbst kleinste Mengen Gluten gesundheitliche Probleme auslösen können, wurde nicht näher erläutert. Erst die Mitgliedschaft bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) half mir sehr, mein Leben konsequent glutenfrei zu gestalten. Nur mithilfe der umfangreichen Lebensmittelbücher war damals ein gesicherter glutenfreier Einkauf möglich und diese großartige Hilfestellung hat meinen Speiseplan damals um ein Vielfaches bereichert. Heute ist die Angabe der deklarationspflichtigen Allergene Vorschrift und es macht den glutenfreien Einkauf und Restaurantbesuch um einiges leichter.

Wir müssen nicht verzichten!
Ob Brot, Brötchen, Kekse, Nudeln und Mehlmischungen – Zöliakiebetroffene erhalten heute eine große Produktauswahl! Selbst wenn es schnell gehen muss, stehen leckere Tiefkühlprodukte wie PizzaTortellini und Tiramisu zur Verfügung! Im Restaurant oder am Urlaubsort lassen sich glutenfreie Leckereien entdecken und die Seite Glutenfreeroads hilft euch diesbezüglich sehr weiter! Erst im letzten Jahr konnte ich ein tolles Urlaubsvergnügen in Peschiera/Italien erleben und mich mit köstlichen Pizzen, Lasagne und süßen Schlemmereien verwöhnen lassen.
Auch bei selbst hergestellten Backwaren bleiben keine Wünsche mehr offen! Mithilfe von glutenfreien Rezepten lassen sich beliebte Klassiker und viele weitere köstliche Rezepte erstellen! Auf meiner Seite Tanja´s glutenfreies Kochbuch seht ihr rund 420 verträgliche Rezepte, sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Videos und Infos zur Teigherstellung! Und wie ihr wisst, stehe ich euch bei Rückfragen gerne zur Verfügung. Schaut mal vorbei und lasst euch inspirieren! 🙂

Eure Tanja

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Tanja

Bereits im frühen Kindesalter stellten sich typische Symptome der Zöliakie bei mir ein. Die Diagnosestellung erfolgte jedoch erst nach einer langen Ärzteodyssee im Alter von 22 Jahren. Einige Zeit später wurde zusätzlich Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit diagnostiziert. Da ich leidenschaftlich gerne koche und backe, ließ ich mich nicht entmutigen und ersetzte die herkömmlichen Koch- und Backzutaten in verträgliche Alternativen. Heute gehören die neuen Ernährungsgewohnheiten für mich und meine Familie zum Alltag, da mein Sohn Laktose und Fruktose ebenfalls nicht verträgt. Ich bin ausgebildete Ernährungsberaterin und betreibe den glutenfreien Foodblog "Tanja`s glutenfreies Kochbuch". Ich halte regelmäßig glutenfreie Backkurse ab und die hergestellten Backwaren haben schon auf viele Gesichter ein erleichtertes Lächeln gezaubert.