Ulrike

Ulrike, 10. November 2015 Entdecken

Hafer ist doch glutenfrei!

Also, ich war ja eigentlich immer der Ansicht, dass Hafer auf dem glutenfreien Speiseplan nichts verloren hätte. Bis ich neulich die neuen Avena Kekse von Schär probiert habe. ich sage nur: mmmmhhh, eine wahrhaftig knusprig köstliche Angelegenheit! Und definitiv, so steht es auf der Packung, sind da 55% Vollkornhafer enthalten, also kann es mit dem Gluten im Hafer nicht weit her sein.

Nicht alles auf einmal!

Höchste Zeit, dass ich mich mal schlau mache, dachte ich mir. Die gute Nachricht: Zöliakiebetroffene vertragen Hafer in den meisten Fällen sehr gut. Ein kleiner Prozentsatz allerdings reagiert empfindlich auf das im Hafer enthaltene Avenin. Dabei handelt es sich – Vorsicht Fachchinesisch! – um ein Prolamin, dessen Polypeptidketten an glutenhaltige Getreidesorten erinnert. Dennoch, Avenin ist KEIN Gluten und die Reaktion, bei der eventuell Blähungen oder Bauchschmerzen auftreten können, hat andere Hintergründe – also nicht jene der Autoimmunerkrankung Zöliakie. Wer sich glutenfrei ernährt, für den gilt bei Hafer aber ohnehin: nicht so schnell mit den jungen Pferden! Der Hintergrund für das Bauchgrummeln von Hafer kann nämlich auch der hohe Fasergehalt sein. Deshalb nicht gleich die ganze Packung auf einmal aufessen, auch wenn es sehr verlockend ist 😉  Etwa 50 Gramm pro Tag sollten reichen, heißt es.

Powerpaket Hafer

Apropos Pferde: Als Kind habe ich mich immer mehr im Stall aufgehalten als im Haus und mich auch ein wenig gewundert, weshalb nur die Pferde den Hafer bekamen und die anderen Tiere nicht. Vielleicht liegt es ja tatsächlich daran, dass diese Zug- und Reittiere mehr Energie brauchen als beispielsweise Kühe, die ja weniger sportlich unterwegs sein müssen. In der Tat ist der Hafer eine Sportlernahrung. Bevor ihr Figurbewusste ordentlich reinhaut, seid euch gewahr: 100 Gramm Hafer haben stolze 353 Kalorien 😀  – aber auch viel Gesundes! Mit fast 12 % Eiweiß, vielen B-Vitaminen, Zink, Eisen, Magnesium, wertvollen Öl- und Linolsäuren und reichlich Ballaststoffen bekommt man vom Hafer ein angenehmes Sättigungsgefühl, das auch länger anhält. Bei einer schönen Wanderung jetzt im Herbst können wir uns also getrost ein paar Avena in den Rucksack packen 🙂

Glutenfrei ist nicht glutenfrei!

Die Skandinavier machen es schon lange so, denn dort – und auch in Russland – wird am meisten Hafer angebaut. Beim Brotbacken usw. nutzt man das Powergetreide sehr gern, wegen des nussigen Geschmacks und der knusprigen Kruste … Auch in der glutenfreien Ernährung ist in Skandinavien der Hafer gang und gäbe. Wieso bei uns erst jetzt? Dort, wo meilenweit nur Hafer wächst und der Bauer seine Maschinen für keine anderen (glutenhaltigen!) Getreidearten verwendet, ist der Hafer auch wirklich glutenfrei. Ebenso, wie wir beispielsweise Buchweizen für eine glutenfreie Diät nur dann kaufen dürfen, wenn alle Produktionswege vom Feld über die Mühle bis in die Packung 100% glutenfrei ablaufen, müssen wir auch beim Hafer aufpassen. Also: bitte keine x-beliebigen Haferflocken kaufen, sondern nur dann genießen, wenn dies – mittels durchgestrichener Ähre zum Beispiel – auch eigens auf der Packung vermerkt ist.

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Ulrike

Hallo allerseits! Mein Name ist Ulrike und ich darf euch künftig mit spannenden Neugikeiten rund ums glutenfreie Leben versorgen. Seit ich denken kann, interessiere ich mich brennend für alles, was mit Gesundheit und Ernährung zu tun hat. So ist auch das Kochen mein größtes und liebstes Steckenpferd. Meine Co-Moderatorinnen und ich freuen uns schon darauf, den glutenfreien Alltag mit tollen Artikeln und Tipps aufzupeppen! Viel Spaß, Eure Ulrike