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Ulrike, 05. Oktober 2015 Entdecken

Die 1.000 Gesichter der Zöliakie

Man hört ja die ungewöhnlichsten Geschichten darüber, welchen Weg manche Menschen hinter sich bringen müssen, bis sie (endlich) die Diagnose Zöliakie erhalten – ja, in der Tat sprechen viele von einer Erleichterung . Es wird sich wohl auch der eine oder andere schon gefragt haben, wieso Ärzte oft erst so spät den wahren Hintergrund für die Beschwerden finden. Nun: Die Zöliakie wird nicht umsonst häufig als „Chamäleon der inneren Medizin“  bezeichnet. Denn abseits der „typischen Beschwerdebilder“ manifestiert sie sich oft mehr als rätselhaft …

Wer denkt schon an Zöliakie?

Bei einer Diskussionsrunde über Glutenunverträglichkeiten lernte ich vor kurzem Helena kennen, die, wie sie sagte, „ganz zufällig in die Zöliakie hineingestolpert ist“. Zufällig? Auf meinen erstaunten Blick hin begann sie gleich zu erzählen. Sie litt unter Sodbrennen, das mit der Zeit zu einem so heftigen Reflux ausartete, dass sie überhaupt nichts mehr essen konnte. Schlafen konnte sie auch nicht, weil im Liegen der saure Mageninhalt , sprich das ohnehin wenige Essen, das sie zu sich nahm, in die Speiseröhre zurückwanderte und damit heftiges Brennen und sogar starke Halsschmerzen verursachte. Also typische Anzeichen für die so genannte Reflux-Krankheit, die oft durch Stress, Ärger oder einen ungesunden Lebensstil ausgelöst wird. Aber Zöliakie?

Untersuchungsmarathon

Auf der Suche nach den Ursachen für den Reflux wurden einige Blutbilder gemacht, die außer einem starken Eisenmangel, der Helena sowieso schon seit 10 Jahren begleitete, nichts ergaben. Bei einer Gastroskopie wollten die Ärzte herausfinden, ob ein Bruch im Zwerchfell vorliegt (eine häufige Ursache für den Reflux) bzw. eine Gastritis. „Offenbar ist da auch nichts ‚Brauchbares‘ herausgekommen“, erzählte Helena weiter. Deshalb entnahmen ihr die Ärzte Gewebeproben aus dem Zwölffingerdarm für eine histologische Untersuchung. Helena ging sprichwörtlich durch die Hölle, als sie erfuhr, aus welchem Grund diese Schleimhautproben untersucht wurden: Man wollte feststellen, ob Tumorzellen vorhanden waren. „In dieser Zeit habe ich jeden Monat 4 kg abgenommen!“ Was Zöliakie ist, wusste Helena zu dem Zeitpunkt noch nicht.

„Sie haben nur Zöliakie!“

„Dann hatte ich endlich Glück“, lachte Helena dann. Denn sie geriet schlussendlich an einen Arzt, der bei der Endoskopie hellhörig wurde, als er feststellte, dass in dem Bereich des Zwölffingerdarms, aus dem die Proben entnommen worden waren, die Darmzotten fehlten. Das kommt uns doch bekannt vor! Jeder Zöli weiß schließlich, dass nur über die Darmzotten einige lebenswichtige Nährstoffe aufgenommen werden können und dass bei Zöliakie diese Darmzotten zerstört werden. Nun, nach drei Wochen erhielt Helena endlich die erlösende Diagnose. „Sie haben nur Zöliakie“ sagte ihr der Arzt. „Mit einer glutenfreien Diät werden Ihre Beschwerden innerhalb eines Jahres nachlassen und Sie können ein völlig normales Leben führen.“

Helena surft sich durchs glutenfreie Leben

Helenas Erleichterung war riesengroß: „Ich hatte das Schlimmste befürchtet!“ Sofort nahm sie ihr glutenfreies Leben in Angriff, ließ sich beraten und ersurfte sich Rezepte, glutenfreie Produkte und alles, was man über das Leben mit Zöliakie wissen muss. Wie der Arzt prophezeit hatte, ging es ihr schon sehr bald viel besser und nach einem Jahr war sie völlig beschwerdefrei. Sie probierte natürlich vieles aus und entdeckte nach und nach ihre glutenfreien Favoriten. „Nur eins hat mir richtig zu schaffen gemacht!“, sagte Helena noch. Als gebürtige Italienerin vermisste ihr geliebtes Brot über alles. Aber auch hier hat sie letzten Endes einen tollen Ersatz gefunden, mit dem man gut leben kann 😉 , den Meisterbäckers Classic.

Diagnostizieren, nicht experimentieren!

Als ich Helena fragte, ob ich über ihre ungewöhnliche Geschichte bloggen darf, bat sie mich, einen Appell an unsere Leser auszusprechen. Die Zöliakie kann sich auf so unterschiedliche Weise zeigen – Helena ist dafür das beste Beispiel. Man sollte sich bei Beschwerden, die möglicherweise auf eine Glutenunverträglichkeit hindeuten, niemals dazu verleiten lassen, einfach auf gut Glück eine glutenfreie Diät auszuprobieren. Denn damit läuft man Gefahr, nie eine sichere Diagnose zu erhalten.

Und was eine gesicherte Diagnose Wert ist, wissen wir spätestens seit Helenas Geschichte …

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Ulrike

Hallo allerseits! Mein Name ist Ulrike und ich darf euch künftig mit spannenden Neugikeiten rund ums glutenfreie Leben versorgen. Seit ich denken kann, interessiere ich mich brennend für alles, was mit Gesundheit und Ernährung zu tun hat. So ist auch das Kochen mein größtes und liebstes Steckenpferd. Meine Co-Moderatorinnen und ich freuen uns schon darauf, den glutenfreien Alltag mit tollen Artikeln und Tipps aufzupeppen! Viel Spaß, Eure Ulrike

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