Tanja

Tanja, 02. November 2015 Eintauchen

Profiteroles – das luftig kleine Süßgebäck

Unter Profiteroles versteht man wunderbar luftige, kleine Bällchen aus neutralem, also ungesüßtem Brandteig. Gefüllt mit einer sahnigen Creme und überzogen mit dicker dunkler Schokolade. Der Name Profiterole kommt ursprünglich aus dem französischen und bedeutet so viel wie: „kleines Geschenk“ oder „kleiner Gewinn“. In Frankreich und Italien zählen Profiteroles zu den klassischen Nachspeisen. Wer gerne cremig – weiches Süßgebäck isst, wird die Bällchen aus Brandteig lieben! Bei Kindern sind die kleinen Bällchen ebenfalls sehr beliebt und schnell verputzt! Auch auf Kindergeburtstagen sind sie gern gesehenes Süßgebäck.

Bei uns in Franken ist das Brandteiggebäck eher unter dem Namen Windbeutel bekannt. Gefüllt wird es auch bei uns mit einer sahnigen Creme, aber traditionell mit einer feinen Schicht Puderzucker überzogen.Profiteroles auf blauem Teller Gerne bereite ich Brandteig zu, da er glutenfrei ganz wunderbar und einfach gelingt. Zugegeben es erfordert bei der ersten Zubereitung etwas Mut, da das Herstellen von Brandteig eine untypische Teigherstellung darstellt. Wer sich schon mal ein Brandteigrezept durchgelesen hat, dem ist sicherlich der Begriff „abbrennen“ nicht neu. Für klassischen Brandteig bringt man eine Mischung aus Wasser und Fett in einem Topf zum Kochen. Nun muss es fix gehen! Den Topf von der Kochstelle nehmen und rasch das abgewogene Mehl im Sturz unter die Flüssigkeit rühren. Sofort schiebt man den Topf wieder auf die Kochplatte und rührt den Teig kräftig bis sich ein Kloß bildet und am Topfboden eine dünne weiße, angebrannte Schicht bleibt. Diese weiße Schicht ist ein Zeichen dafür, dass der Brandteig nun fertig ist! Dann lässt man den Teig etwas abkühlen und rührt die Eier einzeln, eines nach dem anderen mit einem Kochlöffel kräftig unter den Teig. Ich bevorzuge jedoch zum Unterrühren der Eier ein Handrührgerät, so erhält man im Nu einen glatten und schönen Teig. Jetzt ist der Brandteig fertig und kann weiter verarbeitet werden.Windbeutel backen

Den Brandteig in Form bringen 
Für klassische Windbeutel füllt man den Teig in eine Spritztülle und spritzt kleine Teigbällchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Wer mag, kann aber auch mit zwei Tee- oder Esslöffeln Teiglinge abstechen und auf das Backblech setzen. Aus Brandteig lassen sich auch Stangen auf das Backblech spritzen. Diese Form nennt man dann Èclairs. Egal welche Form man bevorzugt, wichtig ist hierbei stets Abstand zwischen den Teighäufchen zu halten, da Brandteig noch sehr aufgeht.

Brandteig abbacken
Während des Backvorgangs darf die Ofentüre keinesfalls geöffnet werden, sonst fallen die luftigen Gebäckstücke in sich zusammen! Windbeutel benötigen eine gute Hitze und so bäckt man sie bei etwa 220 Grad (Ober- und Unterhitze), je nach Größe etwa 20 – 25 Minuten goldbraun. Nun nimmt man die Gebäckstücke aus dem Ofen und lässt sie auf einem Kuchengitter auskühlen.

Füllen nach Geschmack
Sind die Windbeutel ausgekühlt, so darf gefüllt werden. Es empfiehlt sich die Füllung erst kurz vor dem Verzehr einzufüllen, sonst weicht der Teig schnell durch. Ich schneide die Windbeutel zum befüllen meist halb ein, sodass man die leckere Füllung zum Teil von außen sieht. Für Profiteroles empfiehlt es sich jedoch die Füllung mit Hilfe einer Tortenspritze in die Brandteigbällchen zu geben, so bleiben die Gebäckbällchen ganz.

Schlagsahne zählt zu den klassischen Füllungen für Windbeutel. Gerne kann Schlagsahne auch mit etwasprofiteroles Eierlikör, Kokosraspeln, löslichem Kaffeepulver, Zimt oder gemahlener Vanille verfeinert werden. Aber auch eine fruchtige Komponente zur Schlagsahne passt perfekt! So können Aprikosenstückchen, Apfelmus, Beeren und Grütze zum Befüllen mit verwendet werden. Zum Abschluss bestreut man Windbeutel mit Puderzucker. Profiteroles hingegen überzieht man mit einer „Pariser Creme“ aus Sahne und dunkler Kuvertüre.

Wer es gerne herzhaft mag
Zum Aperitif oder als kleine Häppchen für einen Stehempfang oder eine Party dienen die Brandteigbällchen wunderbar mit einer pikanten Füllung. Eine herzhafte Frischkäsecreme, wahlweise mit Schinken verfeinert bieten eine optimale Abwechslung zu herkömmlichen Brotschnitten.

Nun zeige ich Euch ein leckeres Rezept für klassische Profiteroles:

Für 16 kleine Windbeutel

Für den Teig:
¼ L Wasser
1 Prise Salz
80g Butter
125g Mehl Mix C für Kuchen und Kekse von Schär
4 Eier

Für Füllung und Glasur:
500ml Sahne
2 P. Vanillezucker
150g dunkle Kuvertüre

1. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 220 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
2. In einem kleinen Topf Wasser mit Salz und Butter aufkochen, vom Herd nehmen, das Mehl auf einmal “im Sturz” zugeben und mit dem Kochlöffel glatt rühren.
3. Den Teig im Topf belassen und auf der Herdplatte, unter starker Bearbeitung mit dem Kochlöffel abrühren (abbrennen), bis sich ein Kloß bildet und am Topfboden eine weiße Haut absetzt. Topf vom Herd nehmen, leicht auskühlen lassen.
4. Die Eier einzeln, eines nach dem anderen, mit dem Handrührgerät unter den Teig rühren.
5. Mit zwei Teelöffeln 16 kleine Häufchen, mit Abstand auf das Blech setzen. Etwa 20 Minuten backen. Die Backofentüre dabei nicht öffnen!
6. Anschließend die Windbeutel vom Blech nehmen und auskühlen lassen.
7. Unterdessen 400ml Sahne mit Vanillezucker steif schlagen. Die Brandteigbällchen mit Hilfe einer Tortenspritze befüllen. Etwas Sahne zum Dekorieren beiseite stellen.
8. Für die Glasur 100ml Sahne in einen Topf erhitzen und die dunkle Kuvertüre darin schmelzen. Durch rühren eine homogene Masse herstellen.
9. Die Profiteroles einzeln in die Kuvertüre tauchen und pyramidenförmig auf eine Anrichteplatte schichten. Mit Sahnetuffs verzieren.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Zubereitung und guten Appetit 🙂

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Tanja

Bereits im frühen Kindesalter stellten sich typische Symptome der Zöliakie bei mir ein. Die Diagnosestellung erfolgte jedoch erst nach einer langen Ärzteodyssee im Alter von 22 Jahren. Einige Zeit später wurde zusätzlich Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit diagnostiziert. Da ich leidenschaftlich gerne koche und backe, ließ ich mich nicht entmutigen und ersetzte die herkömmlichen Koch- und Backzutaten in verträgliche Alternativen. Heute gehören die neuen Ernährungsgewohnheiten für mich und meine Familie zum Alltag, da mein Sohn Laktose und Fruktose ebenfalls nicht verträgt. Ich bin ausgebildete Ernährungsberaterin und betreibe den glutenfreien Foodblog "Tanja`s glutenfreies Kochbuch". Ich halte regelmäßig glutenfreie Backkurse ab und die hergestellten Backwaren haben schon auf viele Gesichter ein erleichtertes Lächeln gezaubert.