Tanja

Tanja, 27. November 2017 Eintauchen

Oh du bröselige Plätzchenzeit!

Bis Weihnachten ist es nicht mehr lange hin und die Weihnachtsbäckerei ist bei mir schon in vollem Gange! Das erste Plätzchenbacken nach meiner Diagnose ist mir noch gut in Erinnerung, aber es entstanden jedoch keine Plätzchen! Entweder entwickelten sich die wohlgeformten Teiglinge zu einem dünnen, großen Blechkeks oder die fertigen und ausgekühlten Plätzchen zerbröselten zwischen den Fingern, ehe man auch nur ein Stück in den Mund bekam! Geschmacklich waren die Plätzchen immer gut, aber wer mag Plätzchen schon mit dem Löffel essen! 😉

Die Plätzchenbäckerei
Welche Punkte bei der glutenfreien Plätzchenherstellung zu berücksichtigen sind, damit sich leckere und formstabile kleine Köstlichkeiten einstellen, erkläre ich euch nachfolgend.

  • Auf das Mehl kommt es an! Wie euch sicherlich bereits aus der glutenfreien Bäckerei bekannt ist, ist es nicht möglich, aus z.B. Maismehl glutenfreie Plätzchen zu zaubern und dabei die glutenhaltige Mehlangabe 1:1 zu ersetzen. Das funktioniert nicht! Von Schär sind wunderbare Mehlmischungen erhältlich, welche perfekt abgestimmt sind, bezüglich dem glf Mehl- und Stärkeanteil und tolle Ergebnisse hervorbringen. Für Plätzchen ist das „Mehl Mix C für Kuchen und Kekse“ ideal. Wird weihnachtliches Hefeteiggebäck hergestellt, wie zum Beispiel Stollen und Panettone, so ist das „Mehl Mix B für Brot und alle Hefeteige“ optimal.
  • Bindemittel für ein formstabiles Ergebnis! Gerade beim Plätzchenbacken sind formstabile Ergebnisse besonders wichtig, denn gerne werden die kleinen Kekse mit einer Glasur und bunten Zuckerperlen verziert. Selbst die Kleinsten sind tatkräftig mit dabei und so richtig Spaß macht das Verzieren nur, wenn die „Basis“ stimmt! Ein ideales Bindemittel für Mürbeteigplätzchen ist Xanthan. Es hat eine tolle Bindeeigenschaft, Teige werden geschmeidig, lassen sich toll verarbeiten und die fertigen Plätzchen bleiben in Form. Auch Fohsamenschalenpulver eignet sich dafür. Ich benutze, je nach Rezept, gerne auch beide Bindemittel für einen Plätzchenteig und erhalte tolle Ergebnisse!
  • Mürbeteig braucht Kühlzeit! Damit die glutenfreien Teiglinge beim Backen nicht zerlaufen ist eine Teig-Kühlzeit sehr wichtig! Generell wird der glutenfreie Plätzchenteig hergestellt, in Folie verpackt und für einige Stunden, oder über Nacht, in den Kühlschrank gelegt. Wird dann der Teig verarbeitet, so ist er sehr fest und muss mühsam bearbeitet werden, damit sich Teiglinge formen lassen. Wesentlich einfacher lassen sich die Teiglinge jedoch wie folgt zubereiten: Den Teig herstellen, sofort Teiglinge formen und auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen. Nun die Bleche an einem kühlen Ort ruhen lassen. Die Jahreszeit bietet sich an, um die Bleche für einige Stunden, mit einem Geschirrtuch abgedeckt rauszustellen. Nach der Kühlzeit, von etwa 2 Stunden, können die Plätzchen problemlos und rasch abgebacken werden. Vor allem bei Spritzgebäck nutze ich diese Kühlmethode! Der Teig für das Spritzgebäck lässt sich in weichem Zustand einfacher verarbeiten.
  • Plätzchen auf dem Backpapier auskühlen lassen! Direkt aus dem Backofen sind Plätzchen weich und mürbe! Deshalb die fertigen Plätzchen mitsamt dem Backpapier vorsichtig vom Blech ziehen und komplett auskühlen lassen. Die ausgekühlten Plätzchen sind dann fest und können verziert werden. Anschließend in eine Keksdose geben.

Nachfolgend zeige ich euch einige meiner liebsten Plätzchenrezepte, weitere Rezeptideen seht ihr auf meiner Seite „Tanjas glutenfreies Kochbuch„.

Ich wünsche euch viel Spaß bei der Plätzchenbäckerei!

Eure Tanja 😊

Butterplätzchen -formstabil-, HIER das Rezept

Spritzgebäck, HIER das Rezept

Schokoladenbrötchen, HIER das Rezept

Haselnuss-Hörnchen, HIER das Rezept

 

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Tanja

Bereits im frühen Kindesalter stellten sich typische Symptome der Zöliakie bei mir ein. Die Diagnosestellung erfolgte jedoch erst nach einer langen Ärzteodyssee im Alter von 22 Jahren. Einige Zeit später wurde zusätzlich Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit diagnostiziert. Da ich leidenschaftlich gerne koche und backe, ließ ich mich nicht entmutigen und ersetzte die herkömmlichen Koch- und Backzutaten in verträgliche Alternativen. Heute gehören die neuen Ernährungsgewohnheiten für mich und meine Familie zum Alltag, da mein Sohn Laktose und Fruktose ebenfalls nicht verträgt. Ich bin ausgebildete Ernährungsberaterin und betreibe den glutenfreien Foodblog "Tanja`s glutenfreies Kochbuch". Ich halte regelmäßig glutenfreie Backkurse ab und die hergestellten Backwaren haben schon auf viele Gesichter ein erleichtertes Lächeln gezaubert.