Ulrike

Ulrike, 04. September 2017 Eintauchen

Glutenfreie Kids – die Sache mit dem Teilen …

Gerade wird es wieder hochaktuell! Kindergarten und Schule fangen wieder an und unsere Sprosse stehen voller Freude, ihre Freunde wiederzusehen, in den Startlöchern – und ein bisschen mit gemischten Gefühlen …

Meins, deins, unseres

Glutenfreie Mamas sind in der Regel bestens vorbereitet: zur Schuljause gibt es leckere Dinge wie glutenfreie Brötchen mit der Lieblingswurst oder Käse oder was immer dem Kind schmeckt. Es soll ihm ja an nichts fehlen. Das Kind ist auch bestens darüber informiert, dass es nur aus der eigenen Jausenbox naschen soll. Und doch gibt es da immer die Kirschen aus Nachbars Garten, die ja viel besser schmecken – ein kindliches Naturgesetz? 😉 – und unser glutenfreier Spross muss gelegentlich oder öfter dabei zusehen, wie sich die Freunde gegenseitig aus deren Jausenboxen bedienen.

Ich hab was für dich!

Weil grad wieder Saison ist oder weil es der Zufall so wollte, hab ich in letzter Zeit wieder ein paar Geschichten zu diesem Thema gehört. Paula ist Johannas beste Freundin, ein sehr einfühlsames Mädchen. Sie hat mitbekommen, dass Johanna immer dankend ablehnt, wenn ihr andere Kinder etwas aus ihrem Fundus anbieten. Daraufhin hat Paula ihre Mutter so lange bearbeitet, bis sie ihr die Jausenboxen nur mehr mit glutenfreien Dingen füllt. Stolz sitzen nun die beiden Girls in der Pause in ihrer Lieblingsecke und schlemmen glutenfrei. 🙂

Du kriegst leider nix.

Einen Stich hat mir gegeben, was mir eine liebe Freundin erzählt hat. Ihre Tochter hat Diabetes Typ 1 mit sehr fiesen Zuckerschwankungen. In der Klasse gibt es deshalb sogar eine zweite Lehrerin, die nicht nur bestens mit der Thematik vertraut ist. Sie kümmert sich um das Blutzuckermessen und hat natürlich auch die ganze Klasse darüber informiert, dass Annika mit Süßigkeiten bzw. allem Kohlehydratehaltigem aufpassen muss. Ich kenne es von meinen eigenen Kindern ja so, dass Süßes in der Schule sowieso nicht gern gesehen oder verboten ist. Stichwort „gesunde Jause“. In Annikas Klasse aber werden leider sehr oft Bonbons und Ähnliches verteilt und „weil sie eh nicht darf“ muss sie jedes Mal dabei zuschauen, wie die anderen Kinder nach Herzenslust naschen.

Die Rolle der Lehrer

Mittlerweile ist es ja so, dass es fast keine Schulklasse oder Kindergartengruppe gibt, in der nicht mindestens ein Kind Unverträglichkeiten hat. Lehrer und Betreuer werden sicherlich geschult, was bei Kindern mit Zöliakie, Diabetes, Laktoseintoleranz etc. zu berücksichtigen ist. Rein „technisch“. Wichtiger aber, wie ich finde, ist die Rücksichtnahme auf die wirklichen Bedürfnisse des Kindes, und die kommen von der Seele! Hier sind Eltern immer auf den „good will“ oder Hausverstand der betreuenden Personen angewiesen.

Glutenfreie Chancen

Ich finde, Pädagogen könnten Unverträglichkeiten und Allergien als Chance sehen, Kindern Rücksichtnahme und Respekt beizubringen. Man macht es sich leicht, wenn man den Kindern lediglich eintrichtert, dass sie nur aus der eigenen Jausenbox essen dürfen. Das „heimliche Teilen“ macht es für ein Kind mit Unverträglichkeiten nur noch bitterer. Warum nicht ein glutenfreies Frühstück oder Jause für die ganze Klasse organisieren, wo jeder seinen Teil beitragen darf? Für die Kinder ist es auch eine Bereicherung zu sehen, dass glutenfreies Brot oder Kekse auch sehr lecker schmecken.

Oder, wie in Annikas Fall: Sich auch mal die Mühe machen, den Blutzucker vorher und nachher zu messen und zu regulieren, damit auch sie mal ausnahmsweise ein Bonbon mitnaschen darf.

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Ulrike

Hallo allerseits! Mein Name ist Ulrike und ich darf euch künftig mit spannenden Neugikeiten rund ums glutenfreie Leben versorgen. Seit ich denken kann, interessiere ich mich brennend für alles, was mit Gesundheit und Ernährung zu tun hat. So ist auch das Kochen mein größtes und liebstes Steckenpferd. Meine Co-Moderatorinnen und ich freuen uns schon darauf, den glutenfreien Alltag mit tollen Artikeln und Tipps aufzupeppen! Viel Spaß, Eure Ulrike