Tanja

Tanja, 11. Mai 2015 Eintauchen

Ballaststoffreiche Ernährung trotz Zöliakie und Fruktoseintoleranz

Wie jeder weiß bedeutet die Diagnose Zöliakie eine umfangreiche Ernährungsumstellung und ein intensives Auseinandersetzen mit der Thematik, um eine rasche Genesung herbeizuführen. Wie ist es nun wenn noch weitere Unverträglichkeiten hinzukommen? Etwa eine Fruktoseintoleranz – auch Fruchtzuckerunverträglichkeit genannt? Bei dieser Unverträglichkeit handelt es sich um eine Beeinträchtigung des Transportproteins im Dünndarm. Sie kann als eigenständige Unverträglichkeit auftreten, wird aber immer wieder in Zusammenhang mit Zöliakie beobachtet. Die Symptome einer Fruchtzuckerunverträglichkeit sind vielfältig und können von Verdauungsbeschwerden bis hin zu psychischen Problemen reichen.

Im Jahr 2000 wurde bei mir Zöliakie diagnostiziert. Etwa vier Jahre später erhielt ich die Diagnose Fruktoseintoleranz. Zu Beginn dieser nun neuen Diagnostik war ich ähnlich überfordert wie Jahre zuvor mit der glutenfreien Ernährung. Ich ging davon aus, wie der Name schon sagt, dass Fruchtzucker hauptsächlich in Früchten zu finden wäre. Weit gefehlt! Nach ausgiebiger Recherche musste ich feststellen, dass Fruchtzucker in überaus vielen Lebensmitteln anzutreffen ist! In Haushaltszucker, Süßwaren, Honig, Paprika, Karotten, Kartoffeln, Trockenfrüchten, usw. Als ob dies nicht schon gereicht hätte, lass ich immer wieder von Lebensmitteln welche bei Fruktoseintoleranz unzureichend resorbiert werden. Hierzu zählen Nüsse, Ölsaaten, ballaststoffreiche Gemüsesorten und glutenfreie, ballaststoffreiche Getreidesorten. Oh nein! Ich esse sehr gerne dunkles Brot, körnerreiche Brötchen und Vollkornnudeln! Nun hieß es während der Karenzphase von 4 Wochen explizit auf fruktosehaltige und ballaststoffreiche Produkte zu verzichten! Dann fing ich an, bestimmte Lebensmittel mit Fruktose und auch meine geliebten ballaststoffreichen Produkte wieder in den Speiseplan zu integrieren. Anfänglich war es eine schwierige Zeit und glich einer Gratwanderung! Phasen wie Stress machten bereits verträgliche Produkte kurzweilig wieder unverträglich! So konnte ich nur in kleinen Schritten fruktose- und ballaststoffhaltige Lebensmittel verzehren.

Heute, viele Jahre nach der Diagnosestellung Fruktoseintoleranz esse ich täglich ballaststoffreiche Produkte und fruktosereiche Speisen in kleinen Mengen bereiten mir keine gesundheitlichen Probleme mehr. Ballaststoffreiche Lebensmittel sorgen für eine gesunde Verdauung und tragen zum Erhalt einer intakten Darmflora bei. Verschiedene ballaststoffreiche Schär Produkte, zu erkennen an der grünen Schleife, sind häufig in meinem Speiseplan zu finden. Ich backe gerne mit dem Brot-Mix dunkel, zum Frühstück und Abendbrot esse ich gerne das Meisterbäckers Mehrkorn und zum Mittagessen bereite ich mir gerne die Nudeln „Pasta ai cereali“ zu. Als Snack für zwischendurch sind die Cereal Flakes mit Joghurt und frischer Papaya köstlich. So erhalte ich wohlschmeckende als auch verträgliche Speisen und Backwaren mit hohem Ballaststoffgehalt. 🙂

Hier zeige ich Euch ein leckeres glutenfreies und fruktosearmes Rezept:

Pizzabrötchen – rasch zubereitet und beliebt bei Groß und Klein!Pizzabrötchen
Köstlich als Snack oder mit Salat als schmackhaftes Hauptgericht.

Für 8 Stück

Zutaten:
1 Packung Mehrkornbrötchen von Schär
40g gekochten Schinken
40g Salami
100g geriebener Emmentaler (ggf. laktosefrei)
80g Champignons
50g Gemüsemais
2 Schalotten
1 Ei
1 EL Schmand (ggf. laktosefrei)
Pizzagewürz
Salz
Pfeffer

Zubereitung:
Schinken, Salami, und Schalotten klein würfeln. Champignons putzen und feinblättrig aufschneiden. Alle Zutaten für den Belag in eine Schüssel geben und gut verrühren. Die Mehrkornbrötchen halbieren und den Belag gleichmäßig auf die Brötchen verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Ober- und Unterhitze, auf mittlerer Schiene) etwa 12 – 15 Minuten backen.

Ich wünche Euch viel Spaß bei der Zubereitung und guten Appetit 🙂

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Tanja

Breits im frühen Kindesalter stellten sich typische Symptome der Zöliakie bei mir ein. Die Diagnosestellung erfolgte jedoch erst nach einer langen Ärzteodyssee im Alter von 22 Jahren. Einige Zeit später wurde zusätzlich Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit diagnostiziert. Da ich leidenschaftlich gerne koche und backe, ließ ich mich nicht entmutigen und ersetzte die herkömmlichen Koch- und Backzutaten in verträgliche Alternativen. Heute gehören die neuen Ernährungsgewohnheiten für mich und meine Familie zum Alltag, da mein Sohn Laktose und Fruktose ebenfalls nicht verträgt. Ich bin ausgebildete Ernährungsberaterin und betreibe den glutenfreien Foodblog "Tanja`s glutenfreies Kochbuch". Ich halte regelmäßig glutenfreie Backkurse ab und die hergestellten Backwaren haben schon auf viele Gesichter ein erleichtertes Lächeln gezaubert.

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