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Schär Team, 21. Februar 2011 Schär

Zöliakie bei Kindern

Was tun, wenn Getreide krank macht? Der kleine Sven war erst zwölf Monate alt. Ständig hatte er Blähungen und Durchfall, schrie nächtelang durch, hatte immer einen kleinen Blähbauch, war blass und entwickelte sich schlechter als Gleichaltrige. Als er jünger war, gab es eigentlich keine Probleme, erinnert sich die Mutter. Nun aber wusste sie nicht weiter. Noch wurde Sven doch wie bisher gestillt, erhielt aber seit Kurzem Beikost, ein wenig Griesbrei und Kekse zusätzlich. Konnte es daran liegen?

Wenn Mütter stillen, setzt die glutenhaltige Ernährung bei Kleinkindern in der Regel zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat durch das Zufüttern von beispiesweise Grießbrei, Nudeln oder Keksen ein. Bis die ersten Symptome auftreten, vergehen häufig weitere vier bis sechs Monate. Bei vielen Kindern wird daher Zöliakie erst zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr diagnostiziert.

Durchfälle oder übelriechender Stuhl sind die häufigsten Symptome. Weiterhin können Blähungen, Erbrechen, Appetitlosigkeit und ein vorgewölbter Bauch bei sonst eher magerem Körperbau auftreten.

Äußerlich gibt es weitere Anzeichen: Die Kleinen entwickeln sich nicht mehr altersgemäß, sind blass, nervös und haben trockene Haut oder eine schlaffe Muskulatur. Aber auch Weinerlichkeit, Gereiztheit oder Wesensveränderungen können auf Zöliakie hinweisen. Nicht immer zeigen sich alle Symptome gleichzeitig. Auf längere Zeit hin stellen sich in den meisten Fällen Wachstumsstörungen ein.

Natürlich wird der Arzt nicht beim ersten Erbrechen oder erstem Durchfall Zöliakie diagnostizieren. Denn es gibt viele Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, zum Beispiel virale oder bakterielle Infekte oder echte Allergien auf Nahrungsmittel. Das macht die Diagnose oft schwierig. Auch die Schwere des Krankheitsbildes kann sehr unterschiedlich sein, was das Erkennen erschwert. Experten raten Eltern: Wenn Sie den Verdacht auf Glutenunverträglichkeit haben, lassen Sie das Kind auf jeden Fall auf Zöliakie testen oder fragen Sie den Kinderarzt direkt danach.

Besonders ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene plagen sich lange mit den Symptomen bis zur richtigen Diagnose. dabei ist es ganz einfach: Der Arzt erhält anhand von Bluttests auf den Gehalt an Antikörpern IgA und IgG Hinweise auf Zöliakie. Die einzige Behandlungsmöglichkeit der Zöliakie ist die glutenfreie Ernährung. Das ist bei einem Kleinkind besonders wichtig, da es sich entwickelt und wächst.

Zöliakie ist weiter verbreitet, als bisher vermutet wurde. Etwa jeder 500ste Deutsche hat Antikörper gegen Klebereiweiß im Blut und ist deshalb gefährdet, an einer Zöliakie zu erkranken. Doch glücklicherweise ist es nur jeder Vierte dieses Personenkreises, der tatsächlich an der schweren Nahrungsmittelunverträglichkeit erkrankt. Dies zeigt eine Querschnittsstudie von J. Henker et al. (2002), Universitätsklinikum Dresden. Das Team hatte eine repräsentative Auswahl von 3.004 Kindern und 4.313 Erwachsenen untersucht. Das überraschende Ergebnis: Jedes 500ste Kind und jeder 540ste Erwachsene hatte Antikörper gegen Klebereiweiße im Blut. Alle Personen hatten krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut, obwohl sie sich gesund fühlten.

Mehr Informationen auch unter: www.dzg-online.de/zoeliakie-im-kindesalter

Quellen: Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.: www.dzg-online.de,  Forschungsprojekt Zöliakie: http://vvgvg.org/ , J. Henker et al.: Prevalence of asymptommatic coeliac disease in children and adults in the Dresden region of Germany. Dtsch med Wochenschr 2002; 127(28/29): 1511-1515

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