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Schär Team, 10. Januar 2011 Schär

Zöliakie-Auslöser entdeckt

Bislang nahm man an, dass Zöliakie vererbbar ist. Verschieden Studien bestätigten diese Annahme. Das Immunsystem der Patienten erkennt im Gluten, das in nahezu allen getreidehaltigen Lebensmitteln enthalten ist, unnötigerweise einen Feind. Was genau im Gluten enthalten ist, das die Abwehrzellen außer Rand und Band geraten lässt, war jedoch bislang unklar.

Nun erklärten Forscher aus Australien und Großbritannien nach neunjähriger Forschung das Rätsel für gelöst. Jason Tye-Din und Jessica Steward vom Walter und Eliza Hall Institute in Melbourne fanden hauptsächlich drei Fragmente in dem Klebereiweiß Gluten, die für die Beschwerden verantwortlich sein sollen. An der Studie nahmen etwa 200 Patienten in Krankenhäusern in Oxford und Melbourne teil – zehn Mal mehr als in vorherigen Studien. Die Freiwilligen mussten dabei an drei aufeinander folgenden Tagen Weizenbrot, Gerstenbrei oder Roggenmuffins essen, um eine Immunantwort gegen Gluten auszulösen. Dann fischten die Forscher jene Immunzellen aus dem Blut der Patienten, die aggresiv auf Gluten reagierten und testeten Tausende von Bruchstücken des Klebereiweißes daraufhin, ob sie die Immunzellen zu reizen vermochten. So fanden die Wissenschaftler ein “toxisches Trio”: Drei Fragmente, die offensichtlich die Krankheit auslösen können.

Zuvor hatten die Forscher eine Methode entwickelt, um 2.700 verschiedene Bruchstücke des Gluteneiweißes im Körper der Patienten nachzuweisen und diese in Verbindung mit Abwehrzellen des Immunsystems zu bringen.

Sechs Tage nach der Glutenaufnahme testeten die Forscher das Blut der Patienten. Wie sich zeigte, riefen insgesamt 90 Eiweißbruchstücke eine Immunantwort hervor. Doch der Großteil der vom Körper aktivierten T-Helferzellen war auf nur drei Bruchstücke spezialisiert. Diese Peptide betrachten Tye-Din und Kollegen daher als Hauptauslöser der Abwehrreaktion, die letztlich dazu führt, dass der Dünndarm dauerhaft Schaden nimmt. Der einzige bisher bekannte Ausweg aus der Misere führt über eine strikte Diät: Patienten dürfen keine glutenhaltige Nahrung mehr essen.

Ähnlich wie Menschen, die an Heuschnupfen leiden, könnten Ärzte auch Zöliakiepatienten genau die Stoffe kontrolliert zuführen, die sie eigentlich nicht vertragen. Solche Therapien zielen darauf ab, dass die Immunabwehr „dazulernt“ und schließlich den Kampf gegen die vermeintlichen Gefahrenherde einstellt. Ein Biotechnologie-Unternehmen aus Melbourne arbeite bereits an einer solchen Lösung, teilte das Walter and Eliza Hall institute mit.

Quelle: Tye-Din et al. Comprehensive, quantitative mapping of t cell epitopes in gluten in celiac disease.  Science Translational Medicine (2010) 2;41

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