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Schär Team, 08. Januar 2013 Schär

Zöliakie bei Kindern – längeres Stillen mindert Risiko

Baby Ben knabbert Brot Foto: Michaela HeckBei Kindern ist nach Angaben der Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) Zöliakie eine der häufigsten nicht infektiösen Darmerkrankungen. In Deutschland wird mit einer Häufigkeit von 1 : 2000 gerechnet. Es habe nahezu jedes 500. Kind Antikörper gegen das Klebereiweiß Gluten im Blut. Doch nur jedes vierte erkrankt auch tatsächlich an Zöliakie.

Die Diagnose Zöliakie wird meist im Alter von sechs bis sieben Monaten gestellt. Durchfälle oder übelriechender Stuhl sind mit die häufigsten Symptome. Weiterhin können Blähungen, Erbrechen, Appetitlosigkeit und ein vorgewölbter Bauch auftreten. Das Gefährliche bei der Zöliakie, die daher auch Zottenatrophie genannt wird: Die Dünndarmzotten (kleine fingerförmige Aufwerfungen der Schleimhaut) werden nach und nach abgebaut (sie atrophieren) und die Dünndarmschleimhaut wird immer flacher. Irgendwann ist der Oberflächenverlust so groß, dass die Nahrungsbestandteile von der Darmschleimhaut nicht mehr aufgenommen werden. Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe werden quasi ungenutzt wieder ausgeschieden.

Die Folge: Kinder entwickeln sich nicht mehr altersgemäß, sind oft blass, nervös und haben meist eine schlaffe Muskulatur. Nicht immer aber sind alle Symptome gleichzeitig vorhanden. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Wachstumsstörungen oder -verzögerung sowie Kleinwüchsigkeit häufig. Bei älteren Kindern können aber noch weitere Symptome wie ADS, ADHS und autistische Verhaltensstörungen, Knochenschmerzen, Kalkmangel in den Knochen, Nasenbluten, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, häufige schlechte Laune oder verspätete Pubertät auf eine Zölikaie hindeuten.

Fotos: Michaela Heck
Fotos: Michaela Heck (2)/ Sebastian Engel

Die Ursachen der Krankheit sind weitgehend unbekannt. Zöliakie gilt jedenfalls nicht als Erbkrankheit, dennoch ist sie familiär gehäuft zu finden. Experten diskutieren heutzutage mehr und mehr genetische Vorbelastungen, aber auch Umwelteinflüsse. Tatsache ist, dass Asiaten und Schwarzafrikaner so gut wie nie von Zöliakie betroffen sind. Verhindern kann man Zöliakie (noch) nicht. Wie aber kann man das Risiko zumindets etwas mindern?

Verschiedene Studien, unter anderem aus Schweden, zeigen, dass Kinder seltener Zöliakie bekommen, wenn die Mütter länger als drei Monate stillen. Zudem konnte das Risiko für Zöliakie weiter gesenkt werden, wenn glutenhaltige Nahrungsmittel eingeführt werden, während die Mutter zusätzlich noch weiter stillt, heißt es. Experten empfehlen das Zufüttern von Beikost, die kleine Mengen Gluten enthält, idealerweise zwischen dem vierten und dem sechsten Monat. In dieser Zeit gewöhnt sich das Baby am besten an Gluten – während die Mutter weiter stillt. So wird das Risiko für Zöliakie größtmöglich reduziert.

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