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Schär Team, 03. Juli 2012 Schär

Weizen-Allergie: Nicht verwechseln mit Zöliakie

Zunächst etwas ganz Grundlegendes, was viele Menschen tatsächlich durcheinander bringen: Der Unterschied zwischen Zöliakie (Glutenallergie) und einer Weizenallergie ist, dass Zöliakiepatienten alle Lebensmittel mit Gluten meiden müssen. So enthalten auch Roggen, Hafer, Dinkel oder Gerste zum Beispiel Gluten. Der ernstzunehmenden Autoimmunerkrankung Zöliakie, die eine lebenslange, strikte glutenfreie Kost erfordert, liegen gänzlich andere Mechanismen zugrunde als einer Weizen- oder Getreideallergie.

Symptome: Reaktionen auf eine Weizen-Allergie können sehr unterschiedlich auftreten. Als Weizenpollen-Allergie verursacht sie zur Blütezeit des Weizens hauptsächlich im Juni Beschwerden. In der Berufsgruppe der Bäcker ist diese Lebensmittel-Allergie sehr verbreitet. Weizenmehl wirkt hier als inhalatives (eingeatmetes) Allergen und verursacht so das sogenannte Bäckerasthma. Zwar sind häufig die Bronchien, aber auch Darm oder Haut angegriffen: So kann eine Weizenallergie als Nahrungsmittelallergie unter anderem Magen-Darm-Beschwerden oder Neurodermitis, rheumatoide Arthritis, Müdigkeit, Herzstörungen oder Bluthochdruck ohne Befund, Depressionen, Epilepsie, aber auch Aggressivität oder Hyperaktivität (ADHS) auslösen. Und nicht nur das Frühstücksbrötchen hat es in sich.

Auslöser der Weizen-Allergie sind unterschiedliche Proteine, Eiweißbestandteile wie Weizen-Albumin, Globulin (hauptsächlich in der äußeren Schale des Korns) und Klebereiweiß (im Mehlkörper).

Diagnose: Als eher seltenere Krankheit ist Weizenallergie möglicherweise nicht so einfach festzustellen. Verschiedene Haut- und Blutuntersuchungen (Pricktest, IgE) und Provokation (diätetische Verfahren) beim Allergologen können das Vorliegen belegen. Nicht immer liegt tatsächlich eine Allergie vor. Es gibt auch (reine) Unverträglichkeitsreaktionen. Eine Darmspiegelung bringt im Zweifel Sicherheit.

Therapie: Medikamente gegen die Weizenallergie gibt es nicht. Eine Ernährungsumstellung, bei der Weizen und verwandte Getreidesorten vom Speiseplan, gestrichen werden, ist unausweislich. Das bedeutet je nach Ausmaß der Allergie der Verzicht auf Weizenkörner, -mehl, -stärke, -flocken, -keime, -keimöl, -grieß und -graupen – oft enthalten in Wurstwaren, Gewürzen, panierten Fertigprodukten, Fertiggerichten, Soßen, Suppen, Nudeln, Knödeln oder Süßigkeiten wie Bonbons, Kaugummi oder Keksen. Experten raten zudem Dinkel, Grünkern (unreif geernteter und gedarrter Dinkel), Einkorn, Zweikorn (Emmer) und Kamut zu meiden. Beim Einkauf verpackter Lebensmittel hilft ein Blick auf das Zutatenverzeichnis. Vorsicht bei Begriffen wie Gluten, Bulgur (Weizen), Couscous (Weizen), Hartweizen, Mehl (Weizen), (Modifizierte) Stärke (Weizen), Weizenkleie, Weizenmalz, Weizenprotein, Paniermehl (Weizen), Vitalkleber, Dinkel, glutenfreie Weizenstärke.

Vorsicht aber auch bei glutenfreien Produkten: Glutenfreie Lebensmittel sind nicht immer auch für Weizen-Allergiker geeignet. Die verwendete glutenfreie Weizenstärke, enthält noch Weizen-Eiweiß als Allergieauslöser.

Spezialisten des Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. (www.daab.de) stehen für individuelle Beratung gerne zur Verfügung und vermitteln Adressen von Ernährungsfachkräften in Ihrer Region.

Quellen: Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. www.daab.de/ernaehrung/weizen-allergie/; Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinischen Immunologie (DGAKI); Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V.

 

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